Wahrscheinlich kann jeder von Euch seine eigene ganz persönliche Waldbaden Geschichte erzählen. Wie hat sich der eigene Kontakt, eine eigene Beziehung zum Wald, zur Natur entwickelt? Welche Ereignisse und Erlebnisse waren vielleicht ausschlagebend für diesen Weg?

Waldbaden Geschichten von Bertram…

Waldbaden Geschichten

Einen nahen Bezug zur Natur habe ich in meiner Familien von Anfang an erlebt. Schon in Kleinkindjahren sind wir mit meinen Eltern gewandert und vor allem unser Vater hat mir und meinem Bruder den Wald und seine Umgebung näher gebracht. Ob es die Bäume mit ihren Früchten waren. Noch heute kann ich den nussigen Geschmack in meinem Mund schmecken, wenn ich Bucheckern sehe. Und die Eicheln Sammelaktionen für das nahegelegene Wildgehege, um sich das Taschengeld ein wenig aufzubessern. Oder ob es die Buschwindröschenfelder waren, die noch heute für mich eine wichtige Rolle im Bereich der Selbsthypnose zu Nähe und Distanzregulierung spielen.

Lagerfeuer und Ohrentraining

Dann gab es viele Lagerfeuerabende mit Würstchen an vorher geschnitzten Holzstöcken. Walnuß sollte es sein, die hat mein Vater schon in seiner Kindheit gewählt. Und besonders liebte ich es den Flammen zu zusehen. So tänzelnd in wechselnder gelb-orangender Farbenbracht. Und das Funkenspiel, wenn der Wind ein wenig aufzog und die Glut je nach Stärke des Luftzugs mehr oder weniger anfachte. Unser Feuerauspinkelritual versprach dunkle Rauchschwaden mit Zischentönenvariationen. Und als ich dann älter wurde verbrachte ich ganze Nächte alleine im Wald. Besonders aufmerksamm war ich mit meinen 14 Lenzen auf die Geräusche in der Nacht, konnte ich doch im Dunkeln nicht so gut sehen. Die Ohren lernten schnell, dass es nichts gefährliches gab. Auch wenn mir das Knacken, Gurren und Kauzen recht bedrohlich vorkamen.

Paddelurlaube im Norden Europas

Mit 15 und 16 Jahren verbrachten wir 4 – wöchige Sommerulaube mit Paddeln in Finnland, Schweden und Norwegen. Das ist jetzt mehr als 40 Jahre her und ich kann mich noch gut an die unendlichen Wasserflächen abgewechselt mit der hügeligen Weite der Wälder erinnern. Nach einem Paddeltag machten sich mein Bruder und ich auf, die baumgrüne Endlosigkeit zu erkunden. Es war anders als in den heimischen Wäldern. Heidelbeersträucher bewachsener Waldboden soweit unsere Blicke reichten. In 10 Minuten hatten wir einen Topf vollgesammelt. Der einzige Preis unsere Fingerkuppen und die Lippen vom Kosten blaugefärbt. Und in der Abenddämerung zeigten sich die Tiere. An Elche, Vielfraße und Luchse kann ich mich heute noch erinnern. Und Schlangen begegneten wir, einmal sogar eine Kreuzotter die uns mächtig Angst einjagte. Damals war es meine Abenteuerlust, mein Entdeckerdrang, der mich weiter und weiter trieb.

Waldbaden Geschichten

Diese 8 Wochen waren aus heutiger Sicht wahrscheinlich das entscheidene Erlebnis und hat in mir die dauerhafte Faszination am „Draußen in der Natur sein“ geschenkt. Darüber bin ich froh.

Waldbaden Geschichten – Waldläufer sein

Doch sie gingen weiter meine Waldbaden Geschichten. Der Sport zog ein in mein Leben und ich wurde ein Läufer, ein Waldläufer. Oft zwei Mal am Tag Training. Am Morgen eine kleine Runde und am frühen Abend eine zweite, längere. Der Jahreszeitenwechsel ein stetiger Begleiter. Ich spürte den Frühling, den Sommer, den Herbst und den Winter. Schon die ein- und ausgeatmete Luft in meiner Lunge fühlte sich unterschiedlich an. Die Übergänge waren fließend und vollzogen sich selten in einem von Heute auf Morgen. So erschloß ich mir die Wälder meines jeweiligen Lebensmittelpunktes laufend.

Mit 44 lief ich meinen letzten Marathon und meine Beziehung zum Wald wurde achtsamer und wachsamer. Spazierengehen verändert die Wahrnehmung zur Umgebung. Es geht alles gemächlicher, mit mehr Achtung und aufmerksamer für die Kleinigkeiten in der Umgebung. Und so entwickelte sich für mich der Wald mehr und mehr zu einem Entspannungs- und Energietankort.

Das Wandern gewann wieder an Bedeutung

Das war auch Zeit, als das Wandern wieder mehr in mein Leben rückte. Regelmäßige Wanderurlaube folgten, vor allem mit meinen besten Freund. Jedes Jahr eine Woche. Und er als Agraringenieur hat auch eine ganz intensive Beziehung zur Natur, zum Jahreszyklus der Pflanzen und Tiere. Viel hat er mir auf unseren Touren erklärt und so wurde mein Wissen umfangreicher. Als ich dann 2016 in der Welt den Artikel „Nur fünf Minuten im Wald stärken Ihr Selbstbewusstsein“ las, mache ich mich gleich an die Arbeit und konzipierte mein ersten Waldseminar. Der Titel: Alles im grünen Bereich“ und schnell schloss sich auch Coaching bzw. Supervision im Wald an. Meine ersten Erfahrungen im beruflichen Kontext waren sehr vielversprechend. So beschäftigte ich mich mehr mit dem Thema Wald und es war dann für mich naheliegen focus Waldbaden zu gründen.

Anfang 2019 gründete ich dann focus Waldbaden als Ergebnis meiner ganz persönlichen Waldbaden Geschichten.

Waldbaden Geschichten
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