in der Heimat verwurzelt sein

Hinten, auf dem großen Acker am Hang, steht eine große alte Eiche. Ihr Stamm ist so dick, dass man drei erwachsene Menschen braucht, um ihn umfassen zu können. Keiner kann genau sagen, seit wann sie hier steht. Viele, viele Monde werden es sein, viele Winter und Sommer, viele Generationen von Menschen werden in ihrem Schatten gesessen und den Blick über das Land genossen haben.

Eine Eichel als Ursprung

Einst fiel eine Eichel an dieser Stelle auf die Erde, schlug Wurzeln und fand an diesem Ort alles, was sie brauchte, um über die Jahre hinweg ein stattlicher Baum zu werden. Dieser Ort ist für die Eiche zur Heimat geworden. Zu einer Heimat, in der sie tief verwurzelt ist, in deren Boden sie Nahrung findet und die, trotz aller Veränderungen, immer ihre Heimat bleibt. Alles, was sie zum Leben braucht, ist da oder kommt zu ihr. Die Mineralien des Bodens, der Regen, der Sonnenschein und der Wind, der ihre Blüten bestäubt. In ihrem Schatten wachsen schon jetzt neue kleine Eichen heran und ihr Geäst ist die Heimat unzähliger Organismen, Insekten, Vögel und Nagetiere.

Natur ist Heimat
 
„Und doch gibt es so viel, was mich erfüllt:
die Pflanzen, die Tiere, die Wolken, Tag und Nacht und das Ewige in den Menschen.
Je unsicherer ich über mich selbst wurde,
desto mehr wuchs das Gefühl der Verwandtschaft mit allen Dingen.“

(Carl Gustav Jung)


Die Freiheit, die eigene Heimat zu finden

Der Mensch hat diese Sicherheit, an ein und demselben Ort beheimatet zu sein, gegen Freiheit getauscht. Die Freiheit, seine eigene Heimat zu finden, im Leben, in der Welt, in sich selbst. Heimat ist ein Begriff, der in den meisten Menschen auf ganz unterschiedliche Weise etwas zum Klingen bringt. Die Erinnerung an helle Kindheitstage, an Zeit in der Natur, an die Eltern oder an ein Gefühl, dass sich tief im eigenen Inneren verbirgt. Heimelig, wohlig oder sehnsuchtsvoll.

Welche Orte werden zur Heimat

Menschen, die in der westlichen Zivilisation geboren werden, wechseln in der Regel mehrfach im Leben ihren Wohnort. Sie ziehen bei den Eltern aus, machen eine Ausbildung oder studieren an einem anderen Ort, lernen in einer fremden Stadt einen Partner oder eine Partnerin kennen und finden den passenden Job in einem anderen Bundesland. Viele Kilometer verbringen wir auf der Straße, im Zug oder im Flugzeug und lernen unzählige Orte kennen. Zur Heimat werden dabei nur wenige von ihnen.

Heimat als Daseinsort

Heimat, das bedeutet, ganz Mensch sein zu können, Wurzeln schlagen zu können und zu wissen und zu vertrauen, dass alle Dinge, die wir zum Leben brauchen, da sind oder zu uns kommen. Heimat bedeutet, die Gewissheit, einen Platz zu haben, hier hin zu gehören, in diese Welt, in diese Zeit, in dieses Leben. Heimat ist verbunden mit dem Gefühl, geborgen zu sein, geschützt und sicher. Je mehr sich die Strukturen von Familien, Lebens- und Dorfgemeinschaften auflösen, desto mehr ist der einzelne Mensch gefragt, seinen ganz persönlichen Ort der Heimat zu finden, sich beheimatet zu fühlen in der Welt, in sich selbst und unabhängig von konkreten Orten oder Gegebenheiten.

In der Natur beheimatet sein

Waldbaden in Hesse
Waldbaden in Hessen

Der Kontakt mit der Natur gibt uns die Möglichkeit, diesem inneren Gefühl von Heimat näher zu kommen, uns eingebunden zu fühlen in die große Heimat der Erde. Je mehr wir uns mit der Natur um uns herum vertraut machen, je sicherer wir uns in ihr bewegen, je mehr wir uns geborgen fühlen in ihr, desto leichter wird es, sich in ihr beheimatet zu fühlen und durch das Erleben dieser äußeren Heimat auch innerlich eine Heimat zu finden. Gleichzeitig werden Sie feststellen, dass unterschiedliche Landschaften sehr unterschiedlich auf Sie wirken. Alleine das anstehende Gestein, ob Kalk, Granit oder Basalt, hat eine große Auswirkung auf unser Befinden. So können manche Menschen die Erfahrung machen, dass sie sich auf Kalkböden wie nach unten gezogen fühlen, wohingegen sie basalthaltigen Untergrund als fest und kräftigend erleben. Und auch Wald ist keinesfalls Wald: Die Stimmungen in einem Nadelwald unterscheiden sich deutlich von jenen in einem Laubwald und eine enge Verbundenheit mit der hiesigen Natur bedeutet nicht, dass wir uns auch in den asiatischen oder tropischen Wäldern sicher, geborgen und beheimatet fühlen.

Die innere Heimat finden

Schärfen Sie Ihre Wahrnehmung für Ihre Umgebung, für die Natur, die Sie umgibt und lassen Sie sich von Ihrem ewigen Wissen begleiten, wenn Sie sich Ihren Fragen nach Heimat widmen: Wo fühlen Sie sich heimatlich? Wo sind Sie beheimatet? Wo haben Sie innerlich und äußerlich Wurzeln geschlagen? Können Sie darauf vertrauen, dass alles, was Sie zum Leben brauchen, zu ihnen kommt? Wie fühlt es sich an, wenn Sie ihren Platz gefunden haben? Wofür möchten Sie selbst ein Ort der Heimat sein? Was soll in Ihrem Inneren wohnen?

Beim Waldbaden in Hessen der eigenen Heimat begegnen

Der Wald ist seit Urzeiten Heimat des Menschen. Das Grün des Waldes bedeutet Schutz und Lebensraum. Das Laub schützt vor Sonnenstich, mäßigt Hitze, mildert Kälte und Regen. Und auch der Waldboden, leicht federnd, nicht ganz eben, ist der beste Untergrund für die Bewegung menschlicher Gelenke. Die Verhaltensmuster als Reaktion auf Licht, Geräusche, Nahrung, Tiere und Gewässer stammen aus der Zeit der Jäger und Sammler und sind genetisch tief verankert. Wenn wir der Natur begegnen, begegnen wir uns selbst, unserer Lebendigkeit und der Heimat der Menschheit.

Nutzen Sie diesen Raum, um ihrer inneren Heimat näher zu kommen. Gerne begleiten wir Sie dabei im Rahmen unserer Seminare Waldbaden in Hessen. Hier erfahren Sie mehr zu unseren Angeboten.